Forschung · 2026-08-25 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Zwei von drei Hochrisikokindern zeigen bis 15 eine psychische Diagnose
Eine dänische Langzeitkohorte zeichnet nach, was Familienpsychiatrie lange nur vermutete.
Die VIA-15-Studie, ein bislang nicht begutachteter Preprint auf medRxiv, verfolgt 516 dänische Kinder von Eltern mit Schizophrenie oder bipolarer Störung über acht Jahre und vergleicht sie mit Gleichaltrigen aus der Allgemeinbevölkerung. Bis zum 15. Lebensjahr trugen 67 Prozent der Schizophrenie-Nachkommen und 64 Prozent der Bipolar-Nachkommen mindestens eine psychiatrische Diagnose, gegenüber 39 Prozent in der Kontrollgruppe. Zwischen elf und fünfzehn stieg die Vier-Jahres-Prävalenz in den Risikogruppen auf 51 und 46 Prozent, bei Odds Ratios um 2. Bemerkenswert ist weniger die Häufung als die Persistenz: Diagnosen aus der Kindheit bleiben, statt sich auszuwachsen. Familiäres Risiko ist damit kein statistischer Schatten, sondern ein biografischer Frühstart in die Klinik.
Vererbt wird nicht die Diagnose der Eltern, sondern der Zeitpunkt, an dem das System zu greifen beginnt.
Quelle: medRxiv Psychiatry