Forschung · 2026-08-25 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Psilocybin verschaltet Wiederholung zu Neuheit
Ein Preprint auf bioRxiv zeigt an Mäusen, wie Psilocybin das Sehsystem in einen Dauerzustand der Überraschung zwingt.
Kopffixierte Mäuse mussten in einer Sehaufgabe erkennen, wann sich ein Bild ändert, während Neuropixels-Sonden tausende Neuronen mitschnitten und zelltyp-spezifische Optogenetik einzelne Populationen isolierte. Unter Psilocybin brach die Trefferquote ein, obwohl Motorik und Bildidentitäts-Repräsentation weitgehend intakt blieben. Über die visuell evozierte Aktivität legte sich eine 4-Hz-Oszillation, die gezielt jene Ensembles traf, die sonst Bildwechsel signalisieren, am stärksten in SST-Interneuronen. Wiederholungen desselben Bildes rekrutierten daraufhin Wechsel-Ensembles, besonders bei Bildern mit klaren, durchgehenden Konturen, sodass die kortikale Populationsdynamik in Bahnen kippte, die normalerweise echten Reizänderungen vorbehalten sind. Das Ergebnis ist noch nicht peer-reviewed, verlegt die Halluzination aber vom Auge in die Vorhersagemaschinerie, die entscheidet, was als neu gilt.
Wer unter Psilocybin die Welt anders sieht, sieht keine andere Welt. Er sieht dieselbe, deren Wiederholungstaste klemmt.
Quelle: bioRxiv Neuroscience