Forschung · 2026-07-20 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Wer trinkt, dessen Striatum reifte anders
Ein bioRxiv-Preprint verortet den Übergang vom jugendlichen Probierkonsum zum problematischen Trinken in der Reifung kortikostriataler Schaltkreise.
Die Autoren werteten Längsschnittdaten der NCANDAA-Kohorte aus, 822 Probanden zwischen 12 und 22 Jahren, mit bis zu neun Bildgebungsterminen pro Person und insgesamt 4.356 Sitzungen. Untersucht wurde die funktionelle Ruhezustandskonnektivität zwischen präfrontalem Kortex und Striatum, aufgeteilt in ventralen Anteil, also den Nucleus accumbens, sowie dorsalen Anteil mit Caudatum und Putamen. Wer im Erwachsenenalter zu häufigem oder problematischem Konsum kippte, zeigte bereits im Vorfeld eine abweichende Reifungskurve dieser Schaltung, während der Wechsel vom belohnungsgesteuerten Trinken zur Gewohnheit sich in der Verschiebung von ventralem zu dorsalem Striatum abbildet. Die Arbeit ist ein Preprint und noch nicht begutachtet, die Kausalrichtung damit offen, aber die Datenbasis ist für ein neurobiologisches Suchtmodell ungewöhnlich groß und engmaschig. Interessant ist weniger, dass Alkohol Spuren hinterlässt, sondern dass die Spuren offenbar schon vor dem ersten Glas angelegt sind.
Sucht sucht sich Gehirne aus, bevor Gehirne sich für Sucht entscheiden.
Quelle: bioRxiv Neuroscience