Forschung · 2026-08-11 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Wenn Rauchen der Mutter im Blut des Kindes weiterschreibt
Eine Preprint-Studie verortet den Weg von perinatalen Risiken zu späterem ADHS im epigenetischen Profil des Nabelschnurbluts.
Untersucht wurden 3087 Kinder aus zwei europäischen Geburtskohorten, Generation R und ALSPAC, deren DNA-Methylierung im Nabelschnurblut mit Illumina-Arrays vermessen und deren ADHS-Symptome zwischen sechs und zehn Jahren per Elternfragebogen wiederholt erhoben wurden. Als hochdimensionale Vermittler zwischen Risikofaktoren und späterem Verhalten dienten Hauptkomponenten der Methylierungsdaten, geprüft mit strukturgleichungsbasierten und DACT-Verfahren. Ergebnis: Die Methylierungssignatur des Neugeborenen vermittelt global den Effekt mütterlicher Merkmale, unter denen Rauchen in der Schwangerschaft, Body-Mass-Index vor der Empfängnis, Gestationsalter und Geburtsgewicht klassisch verdächtig sind. Was in der ADHS-Debatte gern als reines Erziehungs- oder Diagnosethema verhandelt wird, zeigt sich hier als biochemische Spur, die vor dem ersten Atemzug gelegt wird und Jahre später ausgelesen werden kann. Der Text ist ein Preprint auf medRxiv, das Peer Review steht aus.
Die Kohorte von morgen wird nicht in der Schule diagnostiziert, sondern im Kreißsaal geschrieben.
Quelle: medRxiv Psychiatry