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Hellmuth

Forschung · 2026-09-09 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed

Sozialer Stress schärft den Reiz zur Flasche

Ein Preprint aus dem Verbund TRR265 misst, was Rückfallberichte seit Jahrzehnten behaupten: unter akutem Stress gewinnen konditionierte Trinkreize an Zugkraft.

109 Probanden, davon 62 mit Alkoholabhängigkeit, absolvierten an zwei Tagen dasselbe Pavlovian-to-Instrumental-Transfer-Paradigma, einmal nach dem Trier Social Stress Test, einmal nach Placebo. Der Cue-getriebene Handlungsdruck stieg unter Stress messbar an, unabhängig von der Diagnose, am stärksten bei jenen, deren Cortisol tatsächlich reagierte. Im fMRT-Subsample zeigte sich, dass die linke Amygdala bei Abhängigen unter Stress weniger heruntergeregelt wurde als bei Kontrollen, während die Reiz-Verhaltens-Kopplung im rechten Mandelkern intakt blieb. Die Studie ist noch nicht begutachtet, das Muster deckt sich aber mit dem, was aus Tiermodellen und klinischer Rückfallforschung längst bekannt ist. Interessant ist weniger, dass Stress trinken lässt, sondern dass der Effekt bei Gesunden ebenso auftritt und nur die neuronale Bremse bei Kranken versagt.

Rückfall ist kein Willensproblem, sondern ein Regelkreis, der unter Belastung die Amygdala nicht mehr leise bekommt.

Quelle: medRxiv Psychiatry

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