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Hellmuth

Forschung · 2026-09-09 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed

Ein Thalamus-Rezeptor verlängert das Arbeitsgedächtnis, wenn Anandamid andockt

Arbeitsgedächtnis galt lange als Kapazitätsproblem; ein Preprint auf bioRxiv verschiebt es zur Frage der biochemischen Haltedauer.

Die Autoren, deren Arbeit noch nicht peer-reviewed ist, lösen die CryoEM-Struktur des thalamischen Orphan-Rezeptors Gpr12 auf und finden darin eine lipidische Bindetasche. Eine Kartierung der Fettsäureumgebung im Mausthalamus identifiziert Eicosanoide mit zwanzig Kohlenstoffatomen und vier Doppelbindungen als Kandidaten, aktiv wird der Rezeptor jedoch selektiv durch das körpereigene Cannabinoid Anandamid. In vivo koppelt diese Aktivierung an eine anhaltende Unterdrückung von cAMP im Thalamus, deren Dauer die Länge der Gedächtnisspur nachzeichnet. Verstärkt man die Achse pharmakologisch oder genetisch, dehnt sich das Zeitfenster, in dem eine Information gehalten werden kann. Damit wird eine kognitive Ressource, die bisher als Architekturmerkmal des Kortex galt, an einen einzelnen thalamischen Second-Messenger-Schalter geknüpft.

Ein Rezeptor, der auf ein Endocannabinoid hört, taktet das Denken. Das Halten eines Gedankens ist damit weniger Willensakt als Halbwertszeit.

Quelle: bioRxiv Neuroscience

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