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Hellmuth

Forschung · 2026-06-16 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed

Schizophrenie verschiebt das EEG, nicht den Metabolitenspiegel

Ein Preprint aus der Schizophrenieforschung trennt zwei Messebenen, die bislang als ein Befund galten.

Eine noch nicht begutachtete medRxiv-Arbeit hat 113 Personen mit Schizophrenie-Spektrum-Störung und 111 Kontrollen parallel mit Ruhe-EEG und Protonen-Magnetresonanzspektroskopie vermessen, um die Balance aus Erregung und Hemmung im Frontalhirn zu prüfen. Bei den direkt im anterioren Cingulum und im linken dorsolateralen Präfrontalkortex gemessenen Botenstoffen GABA und Glutamat fanden sich keine Gruppenunterschiede, weder einzeln noch im Verhältnis. Im EEG dagegen wichen die Erregungs-Hemmungs-Marker breit ab, darunter aperiodische Aktivität, Mikrozustände, multiskalige Entropie und die Kritikalität neuronaler Lawinen, also genau jene Kennzahlen, die das System nahe am Phasenübergang zwischen Ordnung und Chaos verorten. Die Autoren interpretieren das Muster als Hinweis auf eine kompensatorische Netzwerkanpassung, die den chemischen Sollwert hält, während die Dynamik darüber bereits aus dem Tritt geraten ist. Wer Schizophrenie weiterhin als reine Botenstoffstörung behandelt, sucht in der falschen Schicht.

Die Chemie kann normal aussehen, während die Schaltung längst improvisiert. Diagnostik, die nur die Spiegel misst, sieht das nicht.

Quelle: medRxiv Psychiatry

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