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Hellmuth

Forschung · 2026-06-16 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed

Psychiatrische Gene schreiben sich ins Blut

Eine genetische Last für psychiatrische Diagnosen verschiebt das Stoffwechselprofil, bevor irgendjemand Diagnose oder Medikament gesehen hat.

Ein Preprint aus dem Mass General Brigham Biobank, noch ohne Peer-Review, prüft an Teilnehmenden mit Metabolom-, Genom- und Klinikdaten, wie polygene Risikoscores für neun psychiatrische Diagnosen mit 249 zirkulierenden Metaboliten und vier metabolomischen Risikoscores für Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall und vaskuläre Demenz zusammenhängen. Gesucht wurde der direkte pleiotrope Effekt der Veranlagung, unabhängig von gestellter Diagnose und Psychopharmaka. Die Logik dreht die übliche Erzählung um, in der das Herzkreislaufrisiko psychisch Kranker als Folge von Krankheit und Behandlung erscheint, denn hier liegt der Hebel im Genom. Zwischen ADHS, Anorexie, Angst, Autismus, bipolarer Störung, Depression, PTBS, Schizophrenie und Substanzkonsumstörung lassen sich so geteilte biologische Pfade von nachgelagerten Schäden trennen. Bestätigt sich der Befund, verschiebt sich die Frage nach Prävention vom Verhalten ins Labor.

Psyche und Stoffwechsel sind keine getrennten Sprechstunden. Sie sind dieselbe Akte.

Quelle: medRxiv Psychiatry

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