Forschung · 2026-07-11 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Sauerstoffmangel als Nootropikum scheitert im Kontrolldesign
Moderate Hypoxie sollte kognitives Training verstärken, im Preprint einer randomisierten Vier-Arm-Studie tut sie es nicht.
Ein noch nicht begutachtetes Preprint auf medRxiv testet, ob 3,5 Stunden täglich bei 12 Prozent Sauerstoff, kombiniert mit kognitivem Training, gesunde Probanden schlauer machen. 126 Freiwillige wurden über drei Wochen auf vier Arme verteilt, Hypoxie oder Normoxie, echtes oder Schein-Training, doppelblind kontrolliert. Der primäre Endpunkt, ein breiter kognitiver Kompositscore, zeigte gegenüber der Normoxie-Schein-Gruppe keinen Effekt der Hypoxie-Trainings-Kombination, obwohl präsynaptisches SV2A per PET und Aktivität per fMRT mitgemessen wurden. Damit landet ein Konzept, das aus Höhentraining, Atemschulen und Longevity-Foren als neuroplastischer Hebel gefeiert wird, erstmals in einem Setup, das den Placebo-Anteil sichtbar macht, und der Hebel verschwindet. Wer den Sauerstoffmangel zur Wellness-Intervention erklärt, verkauft die Nebenwirkung als Wirkstoff.
Neuroplastizität ist kein Rohstoff, der sich durch Entzug freilegen lässt. Sie ist das, was übrig bleibt, wenn man dem Gehirn nichts entzieht, was es braucht.
Quelle: medRxiv Psychiatry