Forschung · 2026-09-07 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Kortikale Hierarchie kippt vor der ersten Psychose
Bevor die Symptome kommen, ist die Landkarte der Rinde schon verschoben.
Ein Preprint auf medRxiv (nicht peer-reviewed) untersucht 580 Personen aus der NAPLS-3-Kohorte, darunter 56 Hochrisiko-Probanden, die später in eine Psychose übergingen, 434, die es nicht taten, und 90 Kontrollen. Per Connectome-Gradient-Mapping zeichnen die Autoren die Achse vom sensomotorischen zum transmodalen Kortex nach, jene Rangordnung, die Wahrnehmung und Selbstbezug trennt. Nur bei den späteren Konvertern klappt diese Achse an beiden Enden aus: das visuelle Netzwerk rutscht ab, das Default-Mode-Netzwerk steigt, der Abstand dazwischen wächst. Global zeigt sich derselbe Befund als Ausdehnung der Hierarchie, messbar an Varianz, Reichweite und Streuung des Gradienten. Die Psychose beginnt, so gelesen, nicht mit dem ersten Wahn, sondern mit einer geometrischen Verschiebung Monate zuvor.
Die Frühphase ist kein Vorbote der Krankheit, sondern schon die Krankheit unter einem anderen Namen.
Quelle: medRxiv Psychiatry