Forschung · 2026-09-07 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Psychotische Erfahrungen im Kindesalter, die bleiben, sagen die Diagnose voraus
Ein dänisches Preprint quantifiziert, was Kinderpsychiater ahnen und selten belegen: Persistenz schlägt Prävalenz.
Die Danish High Risk and Resilience Study, bislang nicht peer-reviewed, verfolgt 522 Kinder mit familiärem Risiko für Schizophrenie oder bipolare Störung sowie eine Kontrollgruppe über die Altersstufen sieben, elf und fünfzehn. Wer an mindestens zwei Messzeitpunkten psychotische Erfahrungen berichtete, hatte im mittleren Jugendalter ein rund dreifach erhöhtes Risiko für eine Achse-I-Diagnose, an allen drei Zeitpunkten ein einundzwanzigfaches. Für Multimorbidität lagen die Odds Ratios bei 2,8 und 4,1, adjustiert für Geschlecht und frühe psychische Auffälligkeiten. Entscheidend ist nicht, ob ein Kind einmal Stimmen hört, sondern ob das Symptom über Jahre wiederkommt, und genau diese Verlaufsdimension fehlt in den meisten Querschnittsstudien. Ein Preprint ersetzt keine Replikation, aber das Signal ist scharf genug, um die klinische Frage zu verschieben.
Was als Rauschen abgetan wurde, ist Rhythmus. Und Rhythmus verrät die Maschine.
Quelle: medRxiv Psychiatry