Forschung · 2026-08-13 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Kognitives Training gegen Depression, verkürzt
Ein fünfstündiges Trainingsprotokoll will leisten, wofür bisherige Programme Wochen brauchten.
Kognitive Defizite überleben in der Depression sowohl Antidepressiva als auch Gesprächstherapie, was die etablierten Behandlungspfade in ein unbequemes Licht rückt. Ein koreanisches Team hat das Integrated Cognitive Control Training auf fünf manualisierte Sitzungen eingedampft und an sechzehn Patienten offen getestet, wobei die Ergebnisse als Preprint auf medRxiv liegen und keine Peer-Review durchlaufen haben. Die Effektstärken sind auffällig, kognitive Flexibilität mit d gleich 0,88, Depressionsschwere mit d gleich 1,67, subjektive Kognition mit d gleich 1,3. Sechzehn Teilnehmer ohne Kontrollgruppe messen allerdings keine Wirksamkeit, sondern Machbarkeit, und der Placeboanteil solcher Zahlen ist in Einzelarmstudien notorisch hoch. Bemerkenswert ist weniger der Effekt als das Eingeständnis, das im Design steckt: Standardbehandlung lässt genau jene Funktionen ungerührt, mit denen der Patient danach seinen Alltag bestreiten soll.
Wer kognitive Reste repariert, statt Stimmung zu dämpfen, arbeitet an einer anderen Baustelle. Vielleicht war es die ganze Zeit die richtige.
Quelle: medRxiv Psychiatry