News
Hellmuth

Forschung · 2026-08-13 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed

Oxytocin dämpft Angst, aber nur bei hoher Dosis Horror

Ein Preprint deutet an, dass das Bindungshormon Oxytocin die präfrontale Angstregulation gerade dann umbaut, wenn die Bedrohung intensiv wird.

In einer präregistrierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit 67 gesunden Männern verabreichte ein Team um chinesische und deutsche Neurowissenschaftler intranasales Oxytocin und ließ die Probanden anschließend einen Horrorfilm mit definierten Segmenten niedriger, mittlerer und hoher Angstintensität schauen. Nach Kontrolle der Ausgangswerte berichteten die Oxytocin-Probanden geringere subjektive Furcht, während das fMRT eine gedrosselte Aktivität im dorsolateralen präfrontalen Cortex zeigte, gerade in den intensivsten Szenen. Gleichzeitig koppelte diese Region stärker an die Amygdala, und fronto-parietale Kontrollnetzwerke kommunizierten dichter mit limbischen Arealen, ausgerechnet dann, wenn die Bedrohung am höchsten war. Ein whole-brain Angst-Neuromarker namens CAFE bestätigte diesen intensitätsabhängigen Effekt, den die Autoren als integrativere Furchtregulation lesen. Die Ergebnisse sind ein Preprint auf medRxiv, also nicht peer-reviewed, und stützen sich auf eine reine Männerkohorte.

Wer Angst behandeln will, hat bislang auf Substanzen gesetzt, die den Alarm leiser drehen. Oxytocin dreht stattdessen an der Verkabelung, die den Alarm liest.

Quelle: medRxiv Psychiatry

← Alle Meldungen