Forschung · 2026-09-25 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Klassik gegen Neglect, an drei Patienten getestet
Ein Preprint auf bioRxiv prüft, ob tägliches Klassikhören nach Rechtshirn-Schlaganfall die Raumwahrnehmung verschiebt.
Drei chronische Neglect-Patienten durchliefen ein Crossover-Protokoll, zwei Wochen audiovisuelle Klassik gegen Hörbuch, gemessen mit Linienhalbierung, Diffusions-MRT und hochdichter Ruhe-EEG. Bei einem Patienten wanderte die Halbierung nach der Musikphase konsistent nach links, begleitet von stärkerer posteriorer interhemisphärischer Theta-Kopplung, und rutschte nach dem Hörbuch zurück ins Pathologische. Ein zweiter zeigte keine räumliche Verbesserung, aber gehobene Stimmung, ein dritter reagierte gar nicht und wurde unter Musik depressiver. Da die Arbeit weder Peer Review noch eine belastbare Fallzahl vorweist, bleibt sie Hypothesengenerator, nicht Evidenz. Auffällig ist weniger der Effekt als das Muster seiner Streuung, drei Gehirne, drei Antworten auf denselben Reiz.
Wenn Bach die Aufmerksamkeit nach links zieht, tut er es nicht bei jedem. Neuroplastizität hat kein Publikum, sie hat Adressaten.
Quelle: bioRxiv Neuroscience