Forschung · 2026-06-17 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Im Thalamus liegt die Rückfallstelle
Wenn die Expositionstherapie versagt, liegt der Fehler tiefer als bislang adressiert.
Ein Preprint auf medRxiv, noch nicht peer-reviewed, kartiert an 425 plus 524 fMRT-Datensätzen die Schaltung, die bei PTBS-Patienten nach scheinbar erfolgreicher Konfrontationstherapie die Angst zurückholt. Im Zentrum steht der mediale mediodorsale Thalamus, eine Relaisstation zwischen Hippocampus und ventromedialem Präfrontalkortex, deren Rolle bei PTBS bislang unbeschrieben war. Beim Fear Renewal, dem Wiederauftauchen der Angstreaktion in einem neuen Kontext, zeigten PTBS-Probanden eine reduzierte Kopplung dieses Kerns mit Hippocampus und subgenualem ACC, während benachbarte Thalamuskerne als Kontrollregionen unauffällig blieben. Während des reinen Extinktionsabrufs trat der Effekt nicht auf, was die Schaltung als kontextspezifisch ausweist und nicht als generelles Defizit der Gedächtnisabrufung. Die kanonischen Furcht-Regionen Amygdala und vmPFC, an denen Therapie und Pharmakologie seit Jahrzehnten ansetzen, sind in diesem Befund nicht die entscheidende Bruchstelle.
Expositionstherapie löscht keine Angst, sie verlegt sie in einen Kontext. Der Thalamus entscheidet, ob der Kontext beim Verlassen der Praxis mitkommt.
Quelle: medRxiv Psychiatry