Forschung · 2026-10-05 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Ein Rechenmodell für den Rausch in zwei Gängen
Komasaufen hat eine Dramaturgie, und sie lässt sich als Schaltkreis beschreiben.
Binge Drinking läuft in zwei Phasen ab, erst hastiges Front-Loading, dann zähes Nachtrinken, und bislang war unklar, welche Hirnregionen diesen Rhythmus takten. Ein Preprint auf bioRxiv, noch nicht peer-reviewed, baut dafür ein Rechenmodell aus vier Knoten: medialer Präfrontalkortex, Insula, Striatum und ventrales tegmentales Areal. Präfrontalkortex und Insula bilden eine sich gegenseitig anfachende Schleife, die als bistabiler Schalter das Front-Loading zündet und hält, während das Striatum einen inneren Kostenzähler führt. Kippt dieser Zähler, übernimmt das dorsolaterale Striatum und das Trinken rutscht in den gleichförmigen Erhaltungsmodus, in dem der Trinker nicht mehr entscheidet, sondern vollzieht. Was wie Willensschwäche aussieht, ist in diesem Modell eine Übergabe zwischen zwei Teams, die beide nicht der Trinker sind.
Der Rausch hat keinen Fahrer. Er hat eine Schichtübergabe.
Quelle: bioRxiv Neuroscience