News
Hellmuth

Forschung · 2026-09-28 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed

Ein Hirnsignal mit vier Monaten sagt Angststörung voraus

Wie stark ein Säuglingsgehirn auf unerwartete Töne reagiert, sortiert später, welches Kind aus Zurückhaltung in Angst kippt.

Ein Preprint auf medRxiv, noch nicht peer-reviewed, verfolgt 147 Säuglinge aus der Origins-of-Infant-Temperament-Studie über mehrere Jahre. Mit vier Monaten wurde per EEG die Mismatch Response gemessen, also die neuronale Antwort auf abweichende Reize in einem auditorischen Oddball-Paradigma, parallel dazu die negative Reaktivität. Mit 14 Monaten folgte die Verhaltensbeobachtung auf Behavioral Inhibition, mit 30 Monaten und im Alter von vier bis sechs Jahren die Angstsymptomatik nach Child Behavior Checklist. Kinder mit stärker negativer Mismatch Response im Säuglingsalter zeigten häufiger den Pfad von hoher Reaktivität zu gehemmtem Verhalten und von dort zu manifester Angst, während unauffällige Neurophysiologie den Pfad unterbrach. Temperament ist nicht Schicksal, aber die Weiche steht früher als die Sprache.

Was als weiches Konstrukt gilt, hat einen harten Marker. Vier Monate reichen, um zu sehen, wohin die Reise geht.

Quelle: medRxiv Psychiatry

← Alle Meldungen