Forschung · 2026-09-27 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Tau-Saat in Vesikeln, Molekül für Molekül sichtbar
Ein Preprint auf bioRxiv meldet, dass sich pathologisches Tau in einzelnen extrazellulären Vesikeln aus Alzheimer-Gehirnen direkt nachweisen lässt.
Die Autoren isolierten Vesikel aus post mortem entnommenem Hirngewebe von Alzheimer-Patienten und nicht-dementen Kontrollen und kombinierten Biochemie, Elektronenmikroskopie und Einzelmolekül-Lokalisationsmikroskopie. Mit der zweifarbigen SMLM ließen sich tausende Vesikel parallel vermessen, ohne die üblichen Verluste, die dem geringen Zielmoleküle-Aufkommen pro Vesikel geschuldet sind. In den Proben der Erkrankten fanden sich einzelne Vesikel, die pathologische Tau-Formen tragen, während die Kontrollen entsprechend leer blieben. Die Arbeit ist nicht begutachtet und beruht auf einer kleinen Kohorte, benennt aber einen Trägerpartikel, den man morphologisch und kompositorisch zugleich adressieren kann. Damit rückt eine Frage in Reichweite, die biochemische Bulk-Verfahren nicht beantworten konnten, nämlich ob die Saat im Vesikel selbst oder erst in dessen Umgebung entsteht.
Wer die Ausbreitung sehen will, muss die Vehikel zählen, nicht die Fracht wiegen.
Quelle: bioRxiv Neuroscience