Forschung · 2026-09-16 · unter 1 Min.
Ein Atlas der Psychose-Risiken
Die Weltpsychiatrie versucht, aus Hunderten Einzelstudien eine Landkarte zu bauen, auf der sich Prognose und Prävention verorten lassen.
Ein Umbrella-Review im World Psychiatry aggregiert Meta-Analysen zu Risiko- und Schutzfaktoren psychotischer Störungen und ordnet sie nach Evidenzgüte. Was übrig bleibt, wenn man die Studienlage siebt, ist weniger als die Fachliteratur suggeriert. Cannabis, urbane Kindheit, Migration und pränatale Belastungen tragen; vieles andere ist rauschende Assoziation. Personalisierte Prognose heißt in dieser Lesart, den Patienten nicht mit dem Durchschnittsrisiko zu behelligen, sondern mit dem seinen. Prävention wird konkret erst dort, wo ein Faktor modifizierbar ist, und dieser Kreis ist schmaler als das Fachgebiet zugibt.
Ein Atlas zeigt, wo man ist. Er sagt nicht, wohin man gehen soll.
Quelle: PubMed E-Utilities · DOI: 10.1002/wps.70093