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Hellmuth

Forschung · 2026-07-25 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed

Der Hippocampus schickt seine Fiktionen ins Sehzentrum

Generative Replay, bislang als Hippocampus-Signatur verstanden, zeigt sich einem Preprint zufolge auch im primären visuellen Cortex.

In einer noch nicht begutachteten bioRxiv-Arbeit kombinieren die Autoren Multi-Unit-Ableitungen und Kalzium-Imaging bei frei laufenden Mäusen, die eine mehrtägige Inferenzaufgabe lösen. Zwischen dorsalem CA1 und primärem visuellen Cortex zeichnen sie einen Pfad über den granulären Retrosplenialcortex nach. Während der Inferenz spiegelt die Aktivität in V1 die des Hippocampus, wenn nie gemeinsam erlebte Reize verknüpft werden. Im anschließenden Schlaf feuern V1-Zellen, die für inferierte Assoziationen stehen, koordiniert weiter, also Replay dort, wo bislang nur Wahrnehmung vermutet wurde. Wenn der Befund hält, ist das Sehzentrum kein Empfangsapparat, sondern ein Mitglied der Erinnerungsredaktion.

Sehen ist kein Fenster. Es ist ein Archiv, das nachts weiterschreibt.

Quelle: bioRxiv Neuroscience

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