Forschung · 2026-07-25 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Stimmung folgt einem Takt, den die Uhr am Handgelenk verrät
Depressive Symptome schwanken bei jungen Erwachsenen entlang eines mehrtägigen Herzfrequenzrhythmus, den nur Wearables sichtbar machen.
Eine Preprint-Studie auf medRxiv, noch ohne Peer-Review, hat bei 413 Teilnehmenden des Notre-Dame-NetHealth-Projekts die Herzfrequenz über Monate aufgezeichnet und per Wavelet-Analyse individuelle Zyklen zwischen zwei und sechzig Tagen extrahiert. Parallel wurden bis zu vier Beck-Depressions-Inventare erhoben und mit der jeweiligen Zyklusphase abgeglichen, was 864 Beobachtungen bei 360 Personen mit signifikantem Rhythmus ergab. In der Hochphase des körpereigenen Taktes fielen die BDI-Werte höher aus als im Tief, allerdings moduliert durch das Bewegungsniveau, mit einer Interaktion von F(1,712.21)=5.13 bei p=0.024. Wer wenig Sport trieb, litt an der Zyklusspitze deutlicher, während regelmäßige körperliche Aktivität die Amplitude dämpfte. Das verschiebt Depression aus der Kategorie stabile Eigenschaft in die Kategorie phasengebundenes Signal, dessen Träger nicht der Kalender ist, sondern der Puls.
Stimmung ist kein Wetter, sondern eine Tide. Wer die Uhr liest, weiß, wann er hinsehen muss.
Quelle: medRxiv Psychiatry