Forschung · 2026-06-25 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Depression im Haar lesbar
Ein Preprint sucht den Marker für Major Depression nicht im Blut, sondern in den ersten drei Zentimetern Kopfhaar.
Major Depression betrifft weltweit über 350 Millionen Menschen, ohne dass es einen klinisch brauchbaren biochemischen Test gäbe. Ein noch nicht begutachtetes Preprint auf medRxiv versucht den Umweg über Metabolipidomik der Kopfhaut, gemessen per qToF-Massenspektrometrie an den körpernächsten drei Zentimetern Haar. Bei weiblichen Probandinnen unterschieden sich sieben Lipide aus dem Endocannabinoid-Umfeld zwischen depressiven und nicht-depressiven Teilnehmerinnen, zwei davon dosisabhängig zur Symptomschwere. Siebzehn dieser Haarsignale korrelierten zusätzlich mit der mitochondrialen Atmungsaktivität in mononukleären Blutzellen, was die Befunde an die bereits diskutierte Energie-Hypothese der Depression koppelt. Stichprobe klein, nur Frauen, keine Replikation: ein Signal, kein Test.
Die Diagnose, die heute aus einem Fragebogen kommt, soll künftig aus einer Haarsträhne kommen. Wer die Haarprobe liest, liest auch das Etikett mit, das danach geklebt wird.
Quelle: medRxiv Psychiatry