Forschung · 2026-08-05 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Apathie in der Schizophrenie beginnt vor der Entscheidung
Ein Preprint verschiebt das Modell der Schizophrenie-Apathie von der Kosten-Nutzen-Rechnung auf die Phase davor, in der Handlungsoptionen überhaupt erst entstehen.
Die noch nicht begutachtete CHANSS-Studie ließ 150 Patienten und 100 Kontrollen in Großbritannien, Spanien und China auf einem Touchscreen möglichst viele verschiedene Wege zwischen zwei Punkten zeichnen. Die Patienten produzierten ebenso viele Pfade wie die Kontrollgruppe, doch nur etwa halb so unterschiedliche. Wer stärker apathisch war, wich weniger vom bereits Gezeichneten ab, während Wortflüssigkeit und depressive Symptomlast mit größerer Vielfalt einhergingen. Bisherige Modelle rechnen aus, warum ein Patient sich nicht bewegt; dieses Modell fragt, ob im Kopf überhaupt mehr als ein Weg auftaucht. Der Ausfall liegt damit nicht in der Motivation, sondern im Möglichkeitsraum.
Wer keine Alternativen sieht, verweigert nicht die Handlung. Er hat sie nie gehabt.
Quelle: medRxiv Psychiatry