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Hellmuth

Forschung · 2026-09-16 · 1 Min.

Alkoholabhängige spielen aggressiver

Eine französische Studie testet schwere Alkoholabhängigkeit am Gefangenendilemma und findet einen systematischen Zug zur Konfrontation.

Das Gefangenendilemma zwingt zwei Spieler zu wiederholten Entscheidungen zwischen Kooperation und Verrat, wobei Verrat kurzfristig lohnt und langfristig beide bestraft. Die Autoren setzten Patienten mit schwerer Alcohol Use Disorder gegen eine Kontrollgruppe und protokollierten die Zugmuster über mehrere Runden. Die Abhängigen wählten signifikant häufiger den kompetitiven Zug, auch dort, wo Kooperation den Ertrag beider erhöht hätte. Die Studie deutet das als Competitive Bias, also eine stabile Verzerrung der sozialen Entscheidung, nicht als situative Reizbarkeit. Damit rückt der Verrat aus der Nebenrolle des Rückfallgeschehens in die Statik der Krankheit.

Wer die Substanz gegen den eigenen Körper wählt, wählt am Tisch gegen den Nächsten. Der Reflex ist derselbe.

Quelle: PubMed E-Utilities · DOI: 10.1111/acer.70410

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