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Hellmuth

Forschung · 2026-09-15 · unter 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed

Semaglutid dreht die Reizreaktion, je nach Dauer in die Gegenrichtung

Ein Preprint an Ratten zeigt, dass akute und chronische Gabe des Abnehmwirkstoffs entgegengesetzt auf belohnungsassoziierte Reize wirken.

Die noch nicht begutachtete Arbeit auf bioRxiv nutzt ein modifiziertes Pavlov-Paradigma und misst, wie stark Tiere auf Reize zulaufen, die Futter unterschiedlicher Menge ankündigen. Beide Dosierungsregime senkten das Körpergewicht gegenüber Kontrollen. Akute Semaglutidgabe dämpfte das sogenannte Sign-Tracking, also die Anziehung durch den Reiz selbst; chronische Gabe verstärkte es. Damit widerspricht die chronische Bedingung dem verbreiteten präklinischen Bild, GLP-1-Agonisten würden Reizmotivation generell abschwächen, und nähert sich der klinischen Realität eskalierter Langzeitdosen an.

Wer aus akuten Nagerdaten auf Suchttherapie schließt, hat den Wirkstoff nur halb gesehen. Die andere Hälfte könnte in die Gegenrichtung ziehen.

Quelle: bioRxiv Neuroscience

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