Forschung · 2026-10-06 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Abendmenschen mit Bipolarität tragen zwei Risiken, nicht eines
Eine Preprint-Analyse an über einer Million Briten trennt zwei bekannte Diabetesrisiken, die bislang gemeinsam gehandelt wurden.
Dass Typ-2-Diabetes bei bipolarer Störung häufiger auftritt, ist etabliert, ebenso die Assoziation beider Diagnosen mit dem Abend-Chronotyp. Die Studie aus der Our-Future-Health-Kohorte (6.846 Betroffene unter 1,14 Millionen Teilnehmern, Querschnitt, noch nicht begutachtet) prüfte, ob der Abendtyp die erhöhte Diabetesrate bei Bipolaren erklärt. Er tut es nicht. Bipolare Diagnose und abendliche Taktung erhöhen die Diabetesodds unabhängig voneinander, und die Interaktion zwischen beiden ist statistisch unauffällig, auch zwischen Männern und Frauen. Zwei Risikofaktoren, die sich addieren statt sich zu erklären, lassen sich auch getrennt behandeln.
Wer die späte innere Uhr für den Umweg hielt, über den die Psyche in den Stoffwechsel greift, muss den Umweg streichen. Der Stoffwechsel geht direkt.
Quelle: medRxiv Psychiatry