HELLMUTH · 2026-07-27 · 1 Min.
Zwanzig Komma acht Prozent weniger Zucker, und trotzdem trinkt Deutschland weiter
Die Erfrischungsgetränkebranche hat ihre Selbstverpflichtung zur Kalorienreduktion übererfüllt und zeigt damit vor allem, wie wenig davon abhängt.
Die Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke meldet für den Zeitraum 2015 bis 2025 eine Kalorienreduktion von 20,8 Prozent. Zugesagt waren 15 Prozent im Rahmen der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie. Ein unabhängiges Monitoring bestätigt die Zahl. Die Botschaft ist als Erfolg gerahmt, die Branche als kooperativer Partner der Bundesregierung.
Was die Zahl nicht sagt: dass Zuckerreduktion in der Regel Süßstoffsubstitution heißt, weil das Volumen bleibt und die Süße bleibt. Der Konsument gewöhnt sich weder an weniger Süße noch an weniger Getränk, sondern an eine andere Molekülzusammensetzung im gleichen Schluck. Die sensorische Konditionierung auf flüssige Süße läuft unverändert, nur die Kalorienspalte in der Nährwerttabelle schrumpft. Was die Politik als Public-Health-Erfolg verbucht, ist eine Produktreformulierung mit gleichem Absatzziel.
Eine freiwillige Selbstverpflichtung, die die Industrie übererfüllt, hat der Industrie nie wehgetan. Sie hat nur der Zuckersteuer den Weg verstellt.
Quelle: about-drinks