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Hellmuth

HELLMUTH · 2026-07-27 · 1 Min.

Matcha verlässt das Café und zieht in den Tetrapak

Ein Getränk, das seine Herkunft als Ritual verkauft, wird in Singapur ab dieser Woche im Kühlregal ausgeschenkt.

NUTRISOY, die Sojamilchmarke aus Singapur, bringt eine limitierte Matcha-Latte-Variante auf Basis frischer Sojamilch in den Handel. Die Argumentationskette der Ankündigung ist verräterisch stabil: schattengezogener Grüntee, steingemahlenes Pulver, pflanzlich, sanft. Was als japanische Teezeremonie begann und über TikTok zur Alltagsroutine wurde, findet nun im gekühlten Getränkekarton seine industrielle Endform.

Der Weg ist der übliche. Erst rituelle Zubereitung mit Bambusbesen, dann Café-Menü, dann Sirup, dann Fertigmischung, jetzt Tetrapak mit Haltbarkeitsdatum. Jede Stufe verspricht denselben authentischen Geschmack, während die Herstellung sich weiter von jeder Zeremonie entfernt. Der Koffeingehalt bleibt, die Aura wird mitverkauft, die Sojamilch übernimmt die Rolle, die einst Wasser bei 70 Grad hatte.

Bemerkenswert ist weniger das Produkt als der Markt, in dem es landet. Südostasien hat Matcha zur Wellness-Signatur ausgebaut, obwohl Grüntee dort seit Jahrhunderten in loser Form getrunken wird. Der Umweg über Japan, Kalifornien und Instagram macht dasselbe Blatt teurer und cremiger.

Authentizität ist der Preisaufschlag, den man für die Verpackung zahlt.

Quelle: Mini Me Insights

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