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Hellmuth

HELLMUTH · 2026-09-14 · 1 Min.

Tealive baut Cham mit Da Hong Pao um

Malaysias Kaffee-Tee-Mischgetränk bekommt eine Aufwertung, die weniger Handwerk als Positionierung ist.

Cham war jahrzehntelang Straßenware. Kopi und Teh in einer Tasse, gemischt aus dem, was gerade da war, verkauft in Kopitiams zu Preisen, die keine Herkunftsdiskussion vertragen. In Hongkong heißt dieselbe Mischung Yuenyeung und trägt dort denselben Status als Alltagsgetränk ohne Prestige.

Tealive, Malaysias größte Bubble-Tea-Kette, koppelt die Formel jetzt an Da Hong Pao, einen der teuersten Wulong-Tees Chinas. Die Layan Coffee Series verkauft nicht mehr die Mischung, sondern die Zutat. Das ist der übliche Trick, mit dem Ketten aus Volksrezepten Margen ziehen: Herkunftsname draufschreiben, Preis nach oben ziehen, Tradition als Verpackung.

Wer Cham als Kompromissgetränk kennt, erkennt darin die Umdeutung eines Alltagsprodukts zum Statement. Straßengetränk wird Menükarte.

Tradition adelt, was ohne sie zu billig wäre.

Quelle: Mini Me Insights

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