HELLMUTH · 2026-09-12 · 1 Min.
EFSA winkt Aspartam-Acesulfam-Salz erneut durch
Die europäische Lebensmittelbehörde bestätigt die Sicherheit eines Süßstoffgemischs, dessen Einzelbestandteile international längst umstritten sind.
Aspartam-Acesulfam-Salz besteht aus zwei alten Bekannten der Industrie. Aspartam wurde 2023 von der Krebsforschungsagentur der WHO als möglicherweise krebserregend eingestuft, Acesulfam K steht seit Jahren im Verdacht, das Darmmikrobiom zu verschieben. Die EFSA sieht in ihrer Reevaluation keinen Anlass zur Neubewertung und übernimmt damit die Position, die sie seit Jahrzehnten hält.
Das Salz kommt vor allem dort zum Einsatz, wo Getränkehersteller Zucker aus dem Etikett verbannen wollen, ohne die Süße zu verlieren. Es süßt intensiver als seine Einzelkomponenten und maskiert deren jeweilige Fehlnoten, den metallischen Nachhall von Acesulfam und den flachen Zerfall von Aspartam unter Wärme. Wer Cola Zero, Eistee ohne Zucker oder proteinangereicherte Fitnessgetränke trinkt, konsumiert diese Mischungen routinemäßig, ohne sie zu bestellen.
Die Zulassungsfrage und die Konsumfrage sind zwei verschiedene Fragen. Sicher im regulatorischen Sinn heißt, dass die tolerierbare Tagesdosis bei üblichem Verzehr nicht überschritten wird. Über den Stoffwechsel-Nebeneffekt, dass süßer Geschmack ohne Kalorie das Sättigungssignal entkoppelt, sagt das Verfahren nichts.
Wer den Zucker durch ein Molekül ersetzt, hat die Süße behalten und das Problem verschoben.
Quelle: about-drinks