HELLMUTH · 2026-06-10 · 1 Min.
Südkorea trinkt sich nüchtern
Der koreanische Alkoholmarkt erlebt im ersten Quartal 2026 den steilsten Rückgang seit sieben Jahren.
Die Haushaltsausgaben für Alkohol fallen so deutlich wie zuletzt 2019. Treiber sind die jüngeren Jahrgänge, die das schwere Trinken der Elterngeneration abräumen und durch ein gesundheitsbewusstes Register ersetzen. Soju und Bier, jahrzehntelang das Rückgrat der koreanischen Geselligkeit, verlieren als selbstverständliche Begleitung des Feierabends an Boden. Was sich verschiebt, ist nicht nur ein Konsumposten in der Haushaltsstatistik, sondern eine Sozialform, die das Trinken als Pflichtübung des Berufslebens institutionalisiert hatte. Die After-Work-Runde, in der Karrieren und Hierarchien über das Glas verhandelt wurden, schrumpft mit jeder Kohorte, die sie nicht mehr mitträgt.
Die Statistik misst nur Geld. Was sie zeigt, ist der Rückzug einer Kultur.
Das, was als Volksgetränk firmierte, war ein Arbeitgeberinstrument.
Quelle: The Drinks Business