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Hellmuth

HELLMUTH · 2026-06-10 · 1 Min.

Pflanzenfarben im Glas

Die Getränkeindustrie tauscht synthetische Farbstoffe gegen Pflanzenextrakte, weil der Regulator und der Regalverkäufer es verlangen.

Rote Bete, Spirulina, Karotte, Kurkuma. Die Palette wird botanisch, weil Allura Red, Tartrazin und Brilliant Blue in mehreren Märkten unter Druck stehen und das Etikett »clean« mehr verkauft als das Etikett »stabil«. Beverage Daily ordnet das als Marketingchance ein, die Hersteller müssen liefern.

Der Haken liegt in der Chemie. Anthocyane kippen mit dem pH-Wert von Magenta nach Grau, Curcumin bleicht im Sonnenlicht, Spirulina-Blau zerfällt bei Pasteurisierung. Wer Pflanzenfarben in Limonade oder Likör will, kauft Formulierungsaufwand mit ein, nicht nur einen Rohstoff.

Der eigentliche Vorgang heißt nicht Natürlichkeit, sondern Risikoverlagerung vom Etikett ins Lastenheft. Wer Farbe aus der Karotte holt, hat das Problem nicht gelöst, sondern verschoben.

Quelle: Beverage Daily

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