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Hellmuth

HELLMUTH · 2026-07-13 · 1 Min.

Sake sucht die Enkel

Die weltgrößte Sake-Messe hat im vergangenen Monat weniger ihre Gegenwart gefeiert als ihre demografische Lücke bearbeitet.

Sake war jahrzehntelang eine Kategorie, die sich auf ihre Herkunft verlassen konnte. Das reicht nicht mehr, seit die japanische Kernklientel altert und der Inlandsabsatz seit den Siebzigern strukturell schrumpft. Die diesjährige Sake Fair verlegte den Schwerpunkt entsprechend nach außen und nach unten, auf Wachstumsmärkte und auf eine Generation, die mit Reiswein keine Kindheitserinnerung verbindet.

Die Rechnung ist branchenüblich und riskant zugleich. Wer jüngere Trinker gewinnen will, muss ihnen etwas anbieten, das nicht wie das Getränk ihrer Großeltern schmeckt, und läuft dabei Gefahr, genau das Handwerk zu verwässern, das den Export überhaupt attraktiv macht. Sake steht damit an derselben Wegkreuzung, an der Cognac und Single Malt vor zwanzig Jahren standen, und die Antworten dort waren nicht einheitlich ehrenhaft. Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: die Messe reagiert, bevor die Zahlen dramatisch werden, nicht danach.

Eine Kategorie, die ihre Enkel bewerben muss, hat ihre Kinder bereits verloren.

Quelle: The Drinks Business

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