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Hellmuth

HELLMUTH · 2026-07-30 · 1 Min.

Mundgefühl wird zur Kategorie

Textur rückt aus der Fußnote der Sensorik in die erste Reihe der Produktentwicklung.

Geschmack war jahrzehntelang die Leitgröße, Aroma die zweite Stimme, Textur ein Nachgedanke für Techniker. Diese Rangordnung kippt. FoodNavigator Asia führt Mundgefühl als Leittrend für 2026 und meint damit nicht Cremigkeit als Marketingversprechen, sondern Textur als messbare, gestaltbare Kategorie neben Zucker und Salz.

Der Grund liegt weniger im Konsumenten als im Regal. Zuckerreduktion, Fettaustausch und Proteinanreicherung haben Produkte hinterlassen, die auf dem Papier stimmen und im Mund kollabieren. Wer den Zucker rauszieht, zieht die Struktur mit, und was übrig bleibt, schmeckt korrekt und fühlt sich falsch an. Mundgefühl ist die Reparaturebene für alles, was die Reformulierung der letzten Jahre zerlegt hat.

Für Getränke heißt das Körper ohne Zucker, Nachhall ohne Alkohol, Griffigkeit ohne Fett. Hydrokolloide, fermentierte Fasern und Proteinisolate werden zu den eigentlichen Formulierern, während Aroma nur noch die Fassade verputzt. Der alkoholfreie Boom hängt exakt daran, weil dünne Flüssigkeit im Weinglas jede Behauptung von Reife widerlegt, bevor sie ausgesprochen ist.

Was als sensorisches Detail firmierte, wird zum Entwicklungsauftrag. Die nächste Produktgeneration entscheidet sich nicht mehr am Etikett, sondern am ersten Schluck.

Quelle: FoodNavigator Asia

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