HELLMUTH · 2026-06-14 · 1 Min.
Funktionsgetränke 2026, der Geschmack als Alibi
Die europäische Getränkebranche stimmt sich auf ein Jahr ein, in dem Funktion und Aroma nicht mehr getrennt verhandelt werden.
Beverage Daily zeichnet für 2026 das Bild einer Kategorie, die ihre Übergangsphase hinter sich lässt. Funktionsgetränke verkauften sich lange über das Versprechen, das Etikett zähle mehr als der Schluck. Adaptogene, Nootropika, Elektrolyte standen vorn, der Geschmack hinten. Das kippt, weil der Markt erwachsen wird und der Wiederkauf erzwingt, was die Erstprobe verzieh.
Wer ein zweites Mal greift, greift nach dem Aroma, nicht nach der Tabelle auf der Rückseite. Die Branche reagiert mit Fusionen, die vor zwei Jahren als Designfehler gegolten hätten: Yuzu trifft auf Ashwagandha, Hibiskus auf Magnesium, geröstete Gerste auf L-Theanin. Der funktionale Wirkstoff wird in eine Geschmackswelt eingebettet, die für sich allein bestehen könnte. Das ist die Bedingung, unter der Funktion überhaupt skaliert.
Der eigentliche Befund liegt unterhalb der Trendliste. Eine Kategorie, die ihre Wirkversprechen schmackhaft machen muss, gesteht ein, dass die Wirkung allein nicht trägt.
Funktion war das Verkaufsargument. Geschmack wird das Überlebensargument.
Quelle: Beverage Daily