HELLMUTH · 2026-08-29 · 1 Min.
Ewigkeitschemikalien verlassen die Verpackung
Die neue EU-Verpackungsverordnung zieht eine Linie, die die Getränkeindustrie seit Jahrzehnten umgangen hat.
PFAS sind in Beschichtungen von Bechern, Deckeln und Kartons das, was Teflon in der Pfanne war: unsichtbar, wirksam, langlebig weit über den Gebrauch hinaus. Die PPWR setzt jetzt Grenzwerte, die diese Materialklasse aus Lebensmittelkontakt-Verpackungen praktisch verdrängen. Wer weiter Kaffeebecher, Saftkartons oder To-go-Deckel in der EU verkaufen will, muss Lieferketten offenlegen, Beschichtungen tauschen und Analytik nachrüsten, die bislang niemand vorhielt.
Das trifft die Konvenienzsäule der Branche mittendrin, denn die Pappe, die Flüssigkeit hält, hält sie nicht von selbst. Beschichter, Papierhersteller und Abfüller müssen sich neu sortieren, während parallel Recyclingströme sauber gehalten werden sollen. Der Reformdruck landet nicht bei den Konzernen zuerst, sondern bei den mittelständischen Zulieferern, die die Beschichtungschemie liefern.
Eine Regulierung, die Verpackung anfasst, greift immer den Inhalt mit an. Die bequeme Trennung zwischen Getränk und Behälter war ohnehin nur ein Etikett.
Quelle: Beverage Daily