HELLMUTH · 2026-09-16 · 1 Min.
Die Süßstoff-Industrie wechselt das Pferd
Aspartam ist verbrannt, Allulose übernimmt.
Jahrzehntelang war Aspartam das Arbeitspferd der zuckerfreien Getränkeindustrie. Seit die IARC den Stoff 2023 als »möglicherweise krebserregend« eingestuft hat, sortieren die Hersteller ihre Portfolios um. FoodNavigator Asia liest darin einen Formationswechsel: weg von den klassischen Hochintensiv-Süßstoffen, hin zu Allulose, einem seltenen Zucker, der schmeckt wie Zucker und kalorisch fast nicht zählt.
Der Reiz für die Branche liegt weniger im Geschmack als im Etikett. Allulose lässt sich als »Zucker« deklarieren und trotzdem gegen die Kalorienbilanz herausrechnen, ein regulatorischer Trick, den die FDA seit 2019 erlaubt und den asiatische Behörden gerade nachvollziehen. Wer Cola ohne Reue verkaufen will, braucht ein Molekül, das die Zunge täuscht und die Buchhaltung entlastet.
Dass Allulose beim Fermentieren im Darm die üblichen Nebenwirkungen synthetischer Süße mitbringt, steht im Kleingedruckten. Und die eigentliche Frage stellt niemand, weil die Antwort das Geschäftsmodell zerlegen würde: warum das Getränk überhaupt süß sein muss.
Der Zuckerersatz wechselt alle zehn Jahre den Namen. Süchtig macht das Prinzip, nicht das Molekül.
Quelle: FoodNavigator Asia