Forschung · 2026-07-03 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Zwei Achsen, ein Spektrum
Ein Preprint zieht Schizophrenie und bipolare Störung auf dieselbe kortikale Landkarte.
Die Trennung zwischen Schizophrenie und bipolarer Störung ist klinisch alt und neurobiologisch unscharf. Ein noch nicht begutachtetes Preprint auf medRxiv wertet Ruhezustands-fMRT von 187 Erwachsenen aus dem UCLA-Phenomics-Datensatz aus und projiziert jedes Gehirn auf zwei Hauptachsen kortikaler Organisation, visuell zu somatomotorisch und unimodal zu transmodal. Die Grundarchitektur bleibt in beiden Patientengruppen erhalten, doch beide weichen entlang derselben Achsen weiter ab als Gesunde, wobei die Muster sich überlappen statt sauber trennen. Statt zwei Krankheiten mit je eigener Signatur zeigt sich ein Kontinuum, auf dem Diagnose-Grenzen an Auflösung verlieren. Wenn sich der Befund hält, verliert die Grenze zwischen zwei Diagnosen ihr biologisches Alibi.
Diagnosen sind Verwaltungsakte, das Gehirn kennt sie nicht.
Quelle: medRxiv Psychiatry