Forschung · 2026-09-23 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Wenn geteilte Wirklichkeit im Gehirn auseinanderbricht
Ein Preprint aus der Bildgebung deutet Schizophrenie weniger als kognitives Defizit denn als Zerfall geteilter Deutung.
Achtunddreißig Patienten mit Schizophrenie und sechsundvierzig Kontrollen sahen im fMRT mehrdeutige soziale Erzählungen, statt die üblichen Laborreize mit vorgekauter Bedeutung. Gemessen wurde, wie synchron die Gehirne auf denselben Stoff reagieren, und wie sich paranoide Ideation in individuellen neuronalen Mustern niederschlägt. In den Regionen für soziale Inferenz, Kontextintegration und Salienzzuweisung, also temporoparietal, insulär und inferior frontal, fiel die Konvergenz zwischen den Patienten deutlich geringer aus. Wo Paranoia ausgeprägter war, ordneten sich die Repräsentationen zugleich systematisch um, statt schlicht zu verrauschen. Das Ergebnis ist ein Preprint auf medRxiv, noch ohne Peer Review, und die Fallzahl bleibt für Bildgebung überschaubar.
Schizophrenie erscheint hier nicht als Defekt im Einzelkopf, sondern als Austritt aus der gemeinsamen Erzählung. Wer die Welt anders verkabelt, sieht keine andere Welt, sondern eine andere Geschichte über dieselbe.
Quelle: medRxiv Psychiatry