Forschung · 2026-08-02 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Wenn die Muskeln schweigen, verirrt sich die Maus
Räumliches Gedächtnis hängt nicht nur am Hippocampus, sondern an den Signalen der Muskelspindeln, zeigt ein neues Preprint.
Propriozeption, der stille Sinn für die eigene Körperlage, gilt seit Langem als möglicher Baustein für Wegintegration im Raum. Belegt war das kaum, weil eine reversible, gezielte Störung dieses Sinns experimentell schwer zu bauen ist. Ein Team schleuste per bioluminizenter Optogenetik Luminopsine in parvalbuminpositive Neurone der Spinalganglien von Mäusen und dämpfte deren Signale während einer gedächtnisabhängigen Lokalisationsaufgabe in virtueller Realität, bei der die Tiere an präzisen Punkten lecken mussten. Weil im Gehirn keine anatomisch klar umrissene Propriozeptions-Zentrale existiert, umgehen die Autoren dieses Zielproblem, indem sie an der Peripherie eingreifen, wo die Verschaltung sauber definiert ist. Fällt der propriozeptive Input aus, bricht die räumliche Verortung ein, was das noch nicht begutachtete Preprint als kausalen Beitrag der Biomechanik zur Kognition liest.
Das Selbst im Raum ist keine Rechenleistung des Kortex allein. Es beginnt in Sehnen und Spindeln, lange bevor der Hippocampus davon erfährt.
Quelle: bioRxiv Neuroscience