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Hellmuth

Forschung · 2026-07-03 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed

Wenn der Tastsinn früher kippt als das Gedächtnis

Ein Preprint deutet an, dass sensorische Filter im Gehirn nachlassen, bevor kognitive Tests Alarm schlagen.

Somatosensorisches Gating ist der automatische Reflex des Gehirns, redundante Berührungsreize zu dämpfen, damit Ressourcen für Relevantes frei bleiben. Eine noch nicht begutachtete bioRxiv-Arbeit untersuchte per Magnetenzephalographie 32 Personen mit kognitiver Beeinträchtigung und 63 gesunde Kontrollen im Paired-Pulse-Paradigma. Frühere Studien hatten bei bestätigter Alzheimer-Pathologie überschießende Gamma-Antworten im primären somatosensorischen Kortex gefunden, deren Sichtbarkeit durch Schwankungen in Aufmerksamkeit und Exekutivfunktion verdeckt wurde. Die neue Arbeit prüft, ob dieser Maskierungseffekt schon in der Vorstufe greift, und liest die kognitive Variabilität als Filter mit, nicht als Störgröße. Falls der Befund hält, verschiebt sich der Zeitpunkt, an dem Demenz messbar wird, vom Gedächtnistest an die Fingerkuppe.

Das Gedächtnis wird lange befragt, während der Tastsinn längst antwortet. Man hört ihm nur nicht zu.

Quelle: bioRxiv Neuroscience

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