Forschung · 2026-07-06 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Wenn Angst mitaltert
Soziale Angststörung allein lässt das Gehirn nicht schneller altern, die Komorbidität schon.
Eine ENIGMA-Mega-Analyse aus 26 internationalen Kohorten (Preprint, noch nicht peer-reviewed) verglich strukturelle MRT-Daten von 576 Erwachsenen mit sozialer Angststörung und 1355 Kontrollen. Aus 77 kortikalen und subkortikalen Regionen wurde ein Hirnalter geschätzt und gegen das kalendarische Alter verrechnet. In der Gesamtgruppe blieb die Differenz statistisch unauffällig, 0,7 Jahre über der Norm. Erst die Untergruppe mit zusätzlichen Angstdiagnosen zeigte ein um 2,39 Jahre voraltertes Gehirn, ein Effekt, der schrumpfte, sobald Agoraphobie und spezifische Phobien ausgeschlossen wurden. Die Diagnose Soziale Angststörung altert also nicht das Hirn, sondern das Gepäck, das sie üblicherweise mitschleppt.
Angst kommt selten allein, und was altert, ist das Rudel.
Quelle: medRxiv Psychiatry