News
Hellmuth

Forschung · 2026-10-04 · 1 Min.

Was Gehirnscans über Sucht wirklich sagen

Eine Metaanalyse neuronaler Reaktivität auf Drogenreize liefert weniger, als zwei Jahrzehnte Bildgebung versprochen haben.

Seit Jahren gilt die stärkere Hirnaktivierung Süchtiger auf drogenassoziierte Bilder als neurobiologischer Beweis der Sucht. Die Metaanalyse in Translational Psychiatry prüft diese Prämisse über Fall-Kontroll-Studien hinweg und findet die erwarteten Gruppenunterschiede weit kleiner und uneinheitlicher als behauptet. Was als robustes Suchtkorrelat zirkulierte, war in Wahrheit ein Mosaik aus kleinen Stichproben, heterogenen Paradigmen und selektiver Berichterstattung. Die klinische Konsequenz, auf die Jahrzehnte Fördergeld hingearbeitet haben, nämlich bildgebende Biomarker für Rückfall und Therapieentscheidung, bleibt damit auf dem Papier. Übrig bleibt eine teure Methode, die Gruppen beschreibt und Patienten nicht erreicht.

Sucht lässt sich auf dem Scanner nicht festhalten. Festhalten lässt sich nur, wer Fördermittel vergibt.

Quelle: PubMed E-Utilities · DOI: 10.1038/s41398-026-04458-9

← Alle Meldungen