Forschung · 2026-10-04 · 1 Min.
Endocannabinoide im ersten Psychose-Schub
Eine spanische Arbeitsgruppe misst körpereigene Cannabinoide bei Menschen, die ihre erste Psychose erleben und noch nie Neuroleptika bekommen haben.
Untersucht wurden Plasmaspiegel von Anandamid und verwandten Lipiden bei antipsychotika-naiven Patienten im ersten psychotischen Schub, abgeglichen mit Symptomschwere und Cannabiskonsum. Das endocannabinoide System reguliert dopaminerge und glutamaterge Signalwege, die in der Psychose entgleisen; es gilt als mutmaßliches Bindeglied zwischen Kiffen und Krankheitsausbruch. Weil die Probanden noch keine Medikamente erhalten hatten, misst die Studie den Rohzustand des Systems, nicht den pharmakologisch überformten. Konsumenten zeigen ein anderes Lipidprofil als Abstinente, und die Spiegel korrelieren mit klinischen Verlaufsmarkern. Die Richtung des Pfeils bleibt offen: Ob die Lipidverschiebung Folge des Konsums ist oder dessen biologische Einladung, trennt die Studie nicht.
Cannabis als Lifestyle überlebt nur, solange niemand das Blut der Erstpsychotiker liest.
Quelle: PubMed E-Utilities · DOI: 10.1016/j.psychres.2026.117479