Forschung · 2026-06-29 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Tiefe Hirnstimulation bekommt ein Messgerät
Bei therapieresistenter Depression entscheidet bislang Versuch und Irrtum, wo die Elektrode optimal feuert; ein Preprint auf medRxiv schlägt vor, stattdessen das Echo des Gehirns selbst zu lesen.
Die Autoren werteten Daten von acht Patienten mit therapieresistenter Depression aus, denen Elektroden zur tiefen Hirnstimulation implantiert worden waren. Sie maßen, welche kortikalen Antworten verschiedene Stimulationskonfigurationen auslösen, und identifizierten die Aktivität im orbitofrontalen Kortex als objektiven Marker dafür, ob der angezielte Schaltkreis tatsächlich erreicht wird. Daraus ließe sich, so die Arbeit, eine elektrophysiologisch geführte Einstellung der Stimulation ableiten, statt monatelang Parameter klinisch durchzuprobieren. Acht Fälle sind eine sehr schmale Basis, und die Arbeit ist als Preprint nicht begutachtet, womit Replikation und größere Kohorten der eigentliche Prüfstein bleiben. Wenn der Befund hält, verschiebt sich die Personalisierung der tiefen Hirnstimulation vom Symptomtagebuch in den Operationssaal.
Was am Krankenbett Wochen kostet, beantwortet der Kortex in Millisekunden. Die Antwort liegt vor, sobald jemand zuhört.
Quelle: medRxiv Psychiatry