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Hellmuth

Forschung · 2026-07-24 · 1 Min.

Strom gegen Durst

Eine Pilotstudie testet, ob elektrische Reizung des Stirnhirns den Sog nach Alkohol dämpft.

Transkranielle Gleichstromstimulation am präfrontalen Kortex ist seit Jahren die Wette der Suchtforschung auf ein nichtpharmakologisches Werkzeug. Die neue randomisierte Pilotstudie in Addictive Behaviors setzt Patienten mit Alkoholabhängigkeit dieser Methode gegen Schein-Stimulation aus und misst zwei Zielgrößen, das belohnungsgetriebene Craving und depressive Symptome. Weil die Fallzahl klein und das Design explorativ ist, taugen die Effektstärken nicht als Beleg, sondern als Signal. Interessant ist, was die Suchtmedizin damit zugibt: dass Craving und Depression im selben Schaltkreis wohnen und dass sie beides gleichzeitig anfassen muss, wenn sie eines lösen will. Der Präfrontalkortex, den der Alkohol jahrelang stillgelegt hat, soll ihn nun abschalten helfen.

Die Reparatur des Steuerorgans mit Strom bleibt ein Eingeständnis. Wer das Ruder verkauft hat, muss es sich zurückkaufen.

Quelle: PubMed E-Utilities · DOI: 10.1016/j.addbeh.2026.108798

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