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Hellmuth

Forschung · 2026-08-28 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed

Sprachliche Angleichung als Psychose-Marker

Ein Preprint aus der Psychiatrie versucht, gestörte zwischenmenschliche Abstimmung bei Schizophrenie messbar zu machen, indem es zählt, wie zwei Sprecher ihre Funktionswörter aneinander anpassen.

Die Autoren verfolgten 109 Patienten mit ersterkrankter oder kürzlich aufgetretener Psychose und 60 Kontrollen über zwölf Monate und ließen sie halbstrukturierte Interviews führen. Gemessen wurde Language Style Matching, die weitgehend unbewusste Angleichung von Artikeln, Pronomen und Präpositionen im Dialog. Zur Baseline unterschieden sich die Gruppen nicht, was die Erzählung vom stabilen Sprachdefizit bei Schizophrenie unterläuft. Erst im Verlauf und getrennt nach Kontext trennte sich der Befund: In selbstreferenziellen, autobiografischen Passagen sank die Angleichung mit steigender Symptomlast, im Reden über Äußeres blieb sie stabil. Bemerkenswert ist, wo der Effekt sitzt, nämlich genau dort, wo der Patient über sich selbst spricht, was die Störung als dyadisches Phänomen und nicht als monologisches Defizit ausweist.

Zwei Personen reden, gestört ist die Schaltung dazwischen. Die Psychiatrie hat sie bislang nur in einer davon gesucht.

Quelle: medRxiv Psychiatry

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