Forschung · 2026-09-29 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Sehrindenschaden schärft den Geruchssinn
Eine fokale Läsion im visuellen Kortex der Maus zieht adulte Neuronen in den Riechkolben und verbessert die Geruchsleistung.
Ein Preprint auf bioRxiv, noch nicht peer-reviewed, kartiert nach gezielter Verletzung des primären Sehkortex V1 die Aktivität im gesamten Mäusehirn auf Einzelzell-Ebene. Auffällig aktiv wurden nicht Nachbarareale, sondern die olfaktorischen Verarbeitungsregionen. Der Riechkolben rekrutiert vermehrt neu gebildete Neuronen, kortikale Rückkopplung auf seine Schaltkreise nimmt zu, Multielektroden- und Zwei-Photonen-Messungen zeigen präzisere Abstimmung der Ausgangsneuronen. Verhaltenstests bestätigen, dass die Tiere geruchsgeleitete Aufgaben besser lösen, während Läsionen im Motorkortex diesen Effekt nicht auslösen. Das Gehirn kompensiert also nicht lokal, sondern verschiebt Ressourcen quer durch modale Grenzen, wenn eine Sinnesrinde ausfällt.
Das erwachsene Säugerhirn regeneriert nicht, es verhandelt neu. Was verloren geht, wird woanders geschärft.
Quelle: bioRxiv Neuroscience