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Hellmuth

Forschung · 2026-10-01 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed

Psilocybin lockert die Ich-Verengung bei Alkoholabhängigen

Ein Preprint aus der medRxiv-Psychiatrie meldet, dass eine einzelne hohe Psilocybin-Dosis die egozentrische Verzerrung bei entgifteten Alkoholkranken messbar senkt.

In der randomisierten Pilotstudie absolvierten frisch entgiftete Patienten mit anhaltender depressiver Symptomatik eine visuelle Perspektivübernahme-Aufgabe vor und nach einer Sitzung mit 25 Milligramm Psilocybin oder einer aktiven Niedrigdosis von 1 Milligramm. Die Hochdosisgruppe zeigte danach schnellere Reaktionen beim Verlassen der eigenen Perspektive, während die Treffsicherheit unverändert blieb und die Berücksichtigung fremder Blickwinkel nicht litt. Je intensiver das subjektive Trip-Erleben, desto kleiner der egozentrische Vorteil in der Genauigkeit, was die Mechanik stützt statt sie nur zu dekorieren. Die Fallzahl ist klein, Peer Review steht aus, und die Autoren sprechen ausdrücklich von vorläufiger Evidenz. Dennoch verschiebt sich der Fokus weg vom Craving-Reflex, der die bisherige Psychedelika-in-der-Suchtforschung dominierte, hin zu einer sozial-kognitiven Baustelle, die in der Rückfallliteratur seit Jahrzehnten dokumentiert und therapeutisch kaum adressiert wird.

Der Alkoholiker trinkt nicht nur gegen den Schmerz, sondern aus einem Blickwinkel, der keinen zweiten zulässt. Ein Pilz verrückt die Kamera, wofür Jahre Gesprächstherapie oft nicht reichen.

Quelle: medRxiv Psychiatry

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