Forschung · 2026-10-01 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Depression und Schizophrenie teilen ein metabolisches Fundament
Ein Preprint aus Thailand findet in Blutproben eine Signatur, die quer zu den klassischen Diagnosegrenzen läuft.
Die NIMETOX-Studie, bislang nicht peer-reviewed, verglich 89 Teilnehmer in drei Gruppen, Gesunde, Depressive, Schizophrene, und maß im Serum 1.419 Metaboliten, aus denen 38 Marker zu elf Stoffwechselmodulen verdichtet wurden. Beide Patientengruppen zeigten gegenüber den Kontrollen eine gedrosselte mitochondriale Energiegewinnung in den Lipiden, erhöhten oxidativen Membranschaden und ein Stresssignal aus dem Renin-Angiotensin-System. Der Umbau mehrfach ungesättigter Fettsäuren in den Zellmembranen stieg stufenweise, von gesund über Schizophrenie zur Depression, während Antioxidantien selektiv aufgezehrt wurden. Zusammen mit der dokumentierten Kopplung an frühkindliche Belastung legt das Muster nahe, dass die Trennung in zwei Krankheitsbilder biologisch dünner ist, als die Lehrbücher behaupten.
Was als Diagnose auseinandergehalten wird, teilt im Blut dieselbe Brandspur. Die Psychiatrie sortiert Symptome, der Stoffwechsel sortiert nicht mit.
Quelle: medRxiv Psychiatry